Piemont: Langhe & Roero Eine kulinarische Reise


Nicht nur für Liebhaber der kulinarischen Genüsse hat sich Piemont zu einem beliebten Reiseziel entwickelt. Die Weinanbaugebiete Langhe und Roero im Südosten des Landes werden gerne auch als Schlemmergebiete bezeichnet. Hier prägen eng mit Reben bebaute Hügel und Berge das Bildund beheimaten weltbekannte Weine wie Barolo, Barbera und Barbaresco.

Langhe, in der Provinz Cuneo, bezeichnet die fruchtbare Hügellandschaft zwischen den Flüssen Tanaro und Bormida.

Neben der Weinkultur ist das 450 bis 800 Meter hoch gelegene Gebiet für seine typischen Köstlichkeiten wie Trüffel, Käse und Haselnüsse berühmt und Ausgangspunkt der Slow Food Bewegung. Roero befindet sich im nordöstlichen Teil der Provinz Cuneo und ist bekannt für den gleichnamigen Wein. Der Name leitet sich von der Adelsfamilie Roero ab, die seit dem Mittelalter über mehrere Jahrhunderte das Gebiet beherrschte.


Trüffelstadt

Die Stadt Alba versteht sich als Zentrum der piemontesischen Küche und als Hauptstadt der weißen Trüffel. Jeden Herbst machen sich Trüffelsucher mit ihren Hunden auf die Suche nach dem wertvollen weißen Edelpilz. Verwöhnte Gaumen lassen sich die alljährlichen Trüffelmessen natürlich nicht entgehen. In Alba drängen sich im November zahlreiche Marktstände in den Straßen und im Oktober steht das Städtchen Asti ganz im Zeichen der regionalen Trüffelmesse. Die am dritten Sonntag im November stattfindende Trüffelausstellung in Acqui Terme im östlichen Piemont zählt mit zu den interessanten Veranstaltungen.


Weinbautradition

Die gastronomische Tradition mit den Anfängen der Slow Food Bewegung beginnt in den Langhe. 1986 wurde diese Bewegung von Carlo Petrini gegründet, die sich bereits 1989 zu einer internationalen Vereinigung entwickelt hat. Die Bezeichnung Slow Food steht für Qualität und Genuss, indem die Unterschiede von Speisen und Aromen wieder bewusst geschätzt werden. Darüber hinaus steht die Vereinigung für die Bewahrung und Erforschung der gastronomischen Kultur. Der Geist der piemontesischen Weinbautradition drückt sich nicht zuletzt durch unzählige Weinkeller und den zahlreichen Weinlesefesten aus. Der Wein wird nicht nur als ein kommerzielles Produkt angesehen, sondern als Kulturelement. In den Langhe gedeihen
bedeutende Weine wie der Barolo, Barbaresco, Dolcetto und Moscato. Aus dem Roero hingegen stammen Weine wie der Arneis, Favorita und Nebbiolo. Rotweine wie Barbera und Grignolino sowie die Dessertweine Asti Spumante, Brachetto und Malvasia sind der Region Monferrato zuzuschreiben.

Fontanafredda

Die über 125 Jahre alte Marke Fontanafredda dürfte Weinkennern weltweit ein Begriff sein. Die edlen Tropfen stammen allesamt aus dem subalpinen Anbaugebiet, den Langhe. König Vittorio Emanuele II. von Italien schenkte das Gelände seiner zweiten Ehefrau Rosa Vercellana und deren Sohn Emanuele Guerrieri, dem Grafen von Mirafiori, der sich ab 1878 mit Weinanbau beschäftigte. Im Jahr 1931 ging das Unternehmen in den Besitz der Bank Monte dei Paschi di Siena über und gehört auch heute noch zu den Firmen der Bankengruppe. Die Liegenschaften befinden sich im Gebiet der Gemeinden von Serralunga d’lba, Barolo und Diano d‘lba und umfassen an die siebzig Hektar Weinberge.

Weitere Informationen:

www.langheroero.it
www.slowfood.de
www.fontanafredda.it

© Stephanie Ebert

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